Marketing während der Pandemie 0

Corona Marketing

Seit Beginn der Corona-Krise im März dieses Jahres hält uns das Virus in Atem. Einiges hat sich auf der Welt verändert und Einzelpersonen, Firmen sowie ganze Nationen dazu gezwungen, auf die aktuelle Situation zu reagieren. Unternehmen in der heutigen Zeit sind grundsätzlich auf die fehlende Kontinuität vorbereitet. Die Corona-Pandemie hat sie jedoch vor eine noch nie dagewesene Herausforderung gestellt. Das Verbraucherverhalten ändert sich gerade im Eiltempo und ein Trend ist mangels historischer Daten schwer zu erkennen. 

Wie die “Corona-Regeln” das Konsumverhalten verändern

Neue Regelungen und Einschränkungen von seitens der Regierung machen den Unternehmen ebenfalls zu schaffen, da diese meist rapide und überraschend eingeführt werden. Eine zeitnahe Reaktion grenzt daher schon fast an das Unmögliche. Hauptsächlich zu Beginn der Corona RegelnPandemie, wurde die Bevölkerung aufgerufen, möglichst daheim zu bleiben und daher auf nicht nötige Einkaufswege zu verzichten. Dies hat sich auf das Kaufverhalten der Verbraucher ausgewirkt. Viele, die anfänglich aus Vorsichtsmaßnahmen Produkte wie Lebensmittel, Kleider oder Unterhaltungselektronik online bestellt haben, erkennen mittlerweile die Vorteile dieser bequemen Möglichkeit.

Diese Veränderung stellt die Unternehmen vor eine schwierige Aufgabe, denn nicht nur das Geschäftsmodell muss überdacht werden, sondern auch die Marketingstrategie. Aufgrund der Individualität der einzelnen Betriebe, sind die Maßnahmen zum Umgang mit dem Wandel sehr unterschiedlich. 

Die Coronakrise für das Markenimage nutzen

Coca Cola hat sich beispielsweise bewusst gegen kommerzielle Werbung während der Corona-Pandemie entschieden. Der Grund dafür war, dass sie ihre Mittel für wichtigere Zwecke, wie die Spende von Covid-19 Hilfsmaßnahmen, einsetzen wollten. Dies kann natürlich auch als ein Marketinginstrument angesehen werden, denn das Image des Konzerns hat davon sicherlich profitiert.

COVID-19 als Werbethema

Andere Firmen haben die Chance ergriffen und das Thema in ihre Kampagnen einfließen lassen. Die Komplexität dahinter sollte jedoch nicht unterschätzt werden, denn die Thematik trifft bei vielen auf einen wunden Punkt. Da bereits ein Großteil der Nachrichten aus NegativmeldungenNegativmeldungen besteht, ist der Wunsch nach Normalität zentral. Folglich ist es aktuell von enormer Wichtigkeit, den Leuten Mut zu machen und ein Lächeln zu schenken. Die Werbung sollte für positive Momente während der Krise sorgen und ein Gefühl von Verbundenheit vermitteln. In der Corona-Pandemie ist der Wert und die Relevanz emotionaler Botschaften deutlicher als je zuvor. Werbekampagnen kommen besser an, wenn sie auf die aktuelle Lage Bezug nehmen – allerdings ohne gleich daraus ein Geschäft zu machen. Das Wachstum sollte während der Krise grundsätzlich nicht an erster Stelle stehen, doch die Positionierung sollte so ausgelegt werden, dass man einen langfristigen Erfolg anstreben kann.

#erstmalzuhause bleiben – Wie Penny trotzdem Umsatz machte

Einigen Unternehmen ist es gelungen, die Corona-Pandemie zu ihrem Vorteil zu nutzen und die richtige Botschaft zu übermitteln. Eine Marke stach dabei besonders heraus der Lebensmitteldiscounter Penny. Die Kampagne lief unter dem Hashtag #erstmalzuhause und der emotionale Werbespot dazu sprach viele Menschen direkt an.

Penny berührt seine Kunden auch weiterhin über das Geschäftsfeld hinaus und bietet ihnen ein großes Angebot an Unterhaltung und Kultur. Auch auf sozialer Ebene ist Penny derzeit sehr engagiert. Beispielsweise wurde die Aktion #teamplay ins Leben gerufen, bei welcher die Tafeln mit einer Spende von 200.000 Euro unterstützt werden. Penny vermittelt den Eindruck, dass das Unternehmen sehr am Wohlergehen der Bevölkerung interessiert ist und nicht ausschließlich an den Verkaufszahlen. Gerade in der aktuellen Lage wird dies von den Kunden sehr geschätzt und findet mehr Anklang als traditionelle Werbung, bei welcher nur das eigentliche Produkt angepriesen wird.

Abstand und zusammen halten – das Motto von Edekas Marketingstrategie

Auch Edeka konnte mit seiner Kampagne gut punkten. Mit dem Slogan #wirundjetztfüralle wurde sowohl auf das Abstand nehmen, als auch auf das Zusammenhalten aufmerksam gemacht. Edeka hat diese Gelegenheit genutzt, um sich bei den Kunden und Mitarbeitern zu bedanken. In seinem Werbespot veranschaulicht das Unternehmen, wie wichtig jeder Schritt und somit auch der Beitrag der Konsumenten ist. Der Clip hat große Aufmerksamkeit genossen und mit der humoristischen Art bei den Zuschauern für Aufmunterung gesorgt.

Nachdem der Lockdown nun vorbei ist, greift Edeka zwar wieder klassischere Themen auf, ein gewisser Bezug zum Virus ist jedoch noch immer vorhanden. Aktuell macht der 

Lebensmitteleinzelhändler auf Themen aufmerksam, welche weiterhin von Bedeutung sind. Somit rät er beispielsweise zu einer gesunden Ernährung, ausreichender Bewegung und der Einhaltung des Abstands. Auch macht der Händler auf die tiefen Preise aufmerksam und erwähnt das “tausende Produkte zum Tiefstpreis” angeboten werden. Diese Botschaft kommt sehr gut an, denn laut Studien von Pilot oder Mediaplus ist die Preissensibilität in der Bevölkerung angestiegen.

Social Media nutzen, um die richtigen Gefühle zu transportieren

Beide Kampagnen haben Wärme, Freude und Inspiration bei den Betrachtern ausgelöst und sie konnten sich mit dem jeweiligen Unternehmen identifizieren. Selbstverständlich stehen nicht allen Unternehmen die gleichen finanziellen Mittel und Marketing Experten zur Social Media CoronaVerfügung. Aus diesem Grund dürfte jedoch die Zunahme der Social Media Aktivitäten hinsichtlich der Pandemie eine spannende Veränderung sein. Instagram, Facebook, YouTube und Co. sind kostengünstige Optionen, um die Verbraucher zu erreichen. Die Menschen sind heutzutage vernetzter denn je und nie war es einfacher, mit Kreativität und Einfallsreichtum Bekanntheit zu erlangen. Daher haben auch kleine Firmen die Chance mit einem starken Social Media Auftritt und gekonntem Content Management ihre Wunschkunden zu erreichen. 

Allgemein werden sich Unternehmen in Zukunft vermehrt auf Social Media fokussieren müssen. Vor allem für E-Commerce-Webseiten ohne physischen Standort ist Social Media Marketing eine wichtige Komponente. Kunden werden immer anspruchsvoller und verlassen sich vermehrt auf die Informationen, welche sie im Internet finden. Sie verbringen viel Zeit damit Unternehmen, Marken und Preise zu vergleichen, um ein Angebot zu finden, welches ihren Erwartungen und Standards entspricht. Um den Umsatz zu steigern, die Marke zu stärken und Beziehungen zu den Kunden aufzubauen, ist eine solide Social-Media-Strategie daher unerlässlich.

Mit Corona schreitet die Digitalisierung voran: Ehemalige Offline Marketingmittel gehen online

In der Vergangenheit waren auch Messen trotz der digitalen Transformation sehr beliebt und haben sogar immer mehr an Bedeutung erlangt. Es waren die persönlichen Interaktionen und das Erlebnis an sich, welche das Modell so einzigartig gemacht haben. Die Präventionsmaßnahmen der Corona-Pandemie haben jedoch dazu geführt, dass Großveranstaltungen, einschließlich Messen, abgesagt werden mussten. Für Aussteller, Messebauer, Eventfirmen und Gastronomen war dies ein herber Schlag. Viele Firmen haben jedoch schnell darauf reagiert und sich ein anderes Konzept ausgedacht. Digitalisierung Corona

Die Volkswagen AG beispielsweise hat auf die Absage des Genfer Automobilsalons mit einer virtuellen Messe reagiert. Natürlich geht dabei ein Teil des eigentlichen Erlebnisses verloren und für Autoliebhaber, welche Autos gerne in natura betrachten, ist diese Alternative wahrscheinlich nicht vergleichbar. Es ist aber bestimmt die richtige Herangehensweise, um auch in Zukunft nicht an physische Präsenz oder Orte gebunden zu sein. Diese erzwungene Entwicklung wird das Marketing vermutlich langfristig verändern, besonders wenn virtuelle Lösungen ebenfalls auf Erfolg stoßen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Corona-Pandemie zu einem gegenwärtigen Begleiter geworden ist. Die Digitalisierung war bereits vor der Krise in vollem Gange und viele Firmen haben sich auf den bevorstehenden Umbruch vorbereitet. Unternehmen, welche bereits vor der Pandemie Online-Marketing betrieben haben, hatten die Möglichkeit schnell zu handeln. Ihnen ist es gelungen, auch mit beschränkten Mitteln, weiterhin Werbung zu betreiben und ihre Kunden zu erreichen. Andere haben in dieser Situation erkannt, dass ein überzeugender Online-Auftritt gleichermaßen wichtig ist. Da Marketing ein zentraler Erfolgsfaktor ist, wird sich die Mehrzahl der Firmen von der neuen Normalität wahrscheinlich nicht entmutigen lassen. Die derzeitige Lage kann auch als Chance für einen Neuanfang oder Wandel gesehen werden.

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