Interview transkribieren per Software, Agentur oder einfach selbst machen? 0

Die zwei wichtigsten Gründe, weshalb Interviews transkribiert werden, sind: Wissenschaftliche Auswertung (Forschung) und journalistische Publikation.

Wer für eine Studie oder Umfrage Interviews durchführt, sei es für eine Bachelor- oder Masterarbeit, für ein Projekt oder eine Erhebung, der wird später die Audio- oder Videoaufnahmen transkribieren müssen, um sie besser auswerten und auch zitieren zu können. Es ist deutlich einfacher, eine Stelle in einer Befragung zu markieren, wenn diese schriftlich vorliegt, als ein Band ständig vor- oder zurückzuspulen.

Bevor Zeitungen, Zeitschriften und Co. Interviews publizieren können, müssen sie ebenfalls transkribiert werden. Hier ist es besonders wichtig, akkurat zu sein, denn ein falsches Zitat könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Freiberufler oder Transkription im Nebenjob

Doch nicht nur Wissenschaftler, Studenten und Journalisten können von dieser Tätigkeit profitieren. Sie ist ebenfalls ein guter und einfacher Nebenverdienst und kann sogar als Hauptjob häufig ganz bequem remote von zu Hause erledigt werden. Transkribieren - Job

Es gibt viele unabhängige Freiberufler, die ihre Transkriptionsdienste online zur Verfügung stellen. Diese bieten sie oft deutlich preiswerter als Agenturen an, da sie beispielsweise kein 4-Augen-Prinzip bei der Kontrolle vorweisen können und häufig mehr Zeit brauchen.

Als Auftraggeber lohnt es sich aber trotzdem auf jeden Fall auch im Internet nach unabhängigen Transkribierern zu recherchieren. Dort findet man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die preiswerteste Alternative, bei der die Leistung trotzdem gut ist, denn es gibt auch Menschen, die das Niederschreiben von Interviews einfach als Nebenjob ansehen. Die einzige Problematik mag jedoch hierbei sein, dass diese möglicherweise die meiste Zeit zur Bearbeitung von Aufträgen benötigen. Hat man jedoch jemanden gefunden, der gut ist, erleichtert es einem die Arbeit ungemein, egal ob dieser länger als eine teure Agentur braucht.

Trotz der geringeren Kosten für Kunden bei Buchung eines Freiberuflers, ist es möglich in diesem Beruf gut zu verdienen, schließlich braucht man nicht viel, um damit zu starten. Hat man einmal angefangen, ist es wichtig seine Erfahrungen deutlich zu präsentieren und bestenfalls Rezensionen zu seiner Zuverlässigkeit einzuholen und diese ebenfalls zu veröffentlichen. Diese zwei Dinge lassen sich nämlich häufig nicht unbedingt nachvollziehen bei Selbstständigen in dieser Branche und somit würden Sie direkt herausstechen.

Ein paar Tipps

Wer selbst transkribieren will (oder muss), der sollte einige Tipps berücksichtigen, um gut vorbereitet an die Arbeit zu gehen und sich die Transkribieren - Zeit Transkription etwas zu erleichtern. Denn als Faustregel gilt, dass eine Transkription 5- bis 10-mal so viel Zeit in Anspruch nimmt wie das Interview dauert.

  • Ausreichend Zeit einplanen – arbeitet man an einen zeitsensitiven Projekt, muss auch für die Transkription genügend Zeit mit eingeplant sein
  • Dokumente vernünftig organisieren und benennen
  • Man sollte sich im Vorfeld entscheiden, welche Art der Transkription man verwendet
  • Gegebenenfalls Transkriptionssoftware nutzen – diese erspart viel Zeit, aber nicht alle Arbeit

Selbst transkribieren mit Transkriptionssoftware

Führt man eine Transkription selbst durch, dann ist es heutzutage sehr empfehlenswert, sich Transkriptionssoftware anzuschaffen. Diese hilft dabei, Audiodateien in Texte umzuwandeln, hat dabei aber auch Einschränkungen und nicht jede kann alles.

Man unterscheidet zwischen nicht-automatisierten und automatisierten Programmen.

Nicht-automatisierte funktionieren unterstützend mit folgenden Funktionen: 

  • Verlangsamtes Abspielen
  • Setzen von Zeitmarken
  • USB-Fußpedal – Stopp und Wiedergabe sowie Befehle per Fußdruck eingeben (was die Hände freilässt zum Tippen)
  • Textbausteine und Kürzel können hinterlegt werden

Derartige Software dient vor allem der Zeitersparnis und Erleichterung der Arbeit. Transkribieren - Software

Automatisierte Transkriptionsprogramme übertragen das gesprochene Wort direkt in Textform. Diese können um einiges mehr als einfache Spracherkennungsprogramme, die oft zu viele Einschränkungen haben und zum Teil nicht einmal in der Lage sind, verschiedene Sprecher zu unterscheiden. Trotzdem muss in jedem Fall auch hierbei nachkorrigiert werden, aber die Zeitersparnis ist dennoch enorm.

Kosten

Es gibt kostenlose Alternativen, um Interviews zu transkribieren, aber diese haben natürlich Einschränkungen. Oft handelt es sich hier um einfache Varianten von Software, die man in einer professionellen Ausgabe für viel Geld kaufen kann. Je nachdem, wofür man die Niederschrift des Gesprächs braucht, reichen die einfachen Funktionen oft, um schon die Arbeit zu erleichtern.

Wer jedoch häufig Transkriptionen benötigt, sollte über die Investition in ein ordentliches Programm nachdenken. Hierbei muss man je nach Komplexität und Umfang der Software mit €90 bis €400 rechnen.

Transkription durch eine Agentur

Wer es sich leisten kann, der kann Interviews natürlich auch über eine Agentur transkribieren lassen. In der Regel ist es nämlich unwichtig, ob Sie oder wer diese vorgenommen hat und Sie müssen es auch nicht angeben. Am Inhalt eines Interviews ändert es nichts und es kommt ja im Grund genommen nur darauf an, dass die Sprachdatei am Ende in schriftlicher Form vorliegt.

Es gibt zahlreiche Agenturen im Internet, die Transkriptionen anbieten. In der Regel gibt es verschiedene Pakete, je nach Umfang des Auftrags:

  • Einfache Transkription
  • Geglättete Transkription
  • Erweiterte Transkription

Berechnet wird nach Interviewminute, die transkribiert werden soll. Preislich finden wir uns hier bei €1 bis hin zu €3 für das Niederschreiben der Aufnahmen, wobei der Service für die Premiumvariante besser wird und schneller geliefert wird. 

Vorteile:Transkribieren - Agentur

  • Mehr Sprachen möglich
  • Schnelle Lieferung
  • Mit Zeitmarken
  • 4-Augen-Prinzip (bei der Kontrolle)
  • Pakete und Preise individuell anpassbar
  • Nachvollziehbare Zuverlässigkeit

Regeln zur Transkription

Regeln für die Transkription existieren vor allem für wissenschaftliche Arbeiten. Für journalistische Interviews werden die vereinfachten Richtlinien angewendet, die wir hier ebenfalls erläutern werden. Auch für eine Mehrheit akademischer Interviews bezieht man sich vornehmlich auf diese.

Hierbei handelt es sich um die inhaltlich-semantischen (oder wortgetreuen) Regeln nach Dresing und Pehl:

  • Die Transkription erfolgt wörtlich (im Gegensatz zu lautsprachlich).
  • Wortverschleifungen, Dialekte und Akzente werden in das Hochdeutsche überführt.
  • Wort- oder Satzabbrüche sowie Stottern werden ausgelassen.
  • Fülllaute (wie ah oder äh) oder Verständnissignale transkribiert man ebenfalls nicht.
  • Alle Sprecher werden über eigene Absätze getrennt und erhalten Zeitmarken.

Zeitmarken sind in journalistischen Interviews gleichwohl nicht in einer Publikation zu finden. Diese erhalten in wissenschaftlichen Arbeiten allerdings ein Standardformat, das so aussieht:

#00:00:00-0# (=#Stunde:Minute:Sekunde-Zehntelsekunde#)

Außerdem unterscheidet man zwischen einfacher wortgetreuer und einfacher geglätteter Transkription. 

Bei einer wortgetreuen Transkription wird jedes gesprochene Wort transkribiert, wobei eine leichte Glättung erfolgt. Dies bedeutet, Fülllaute, Pausen oder Abbrüche werden nicht aufgenommen. Grammatikfehler werden allerdings nicht korrigiert. Der Inhalt des Gesagten ist hier wichtiger als etwaige Betonungen oder Idiosynkrasien. Transkribieren - Regeln

Die einfache geglättete Transkription wiederum erlaubt Zusammenfassungen und Auslassungen (wie beispielsweise einleitender Sätze) sowie Korrekturen von grammatikalisch fraglicher Formulierungen. Hier steht der Inhalt noch mehr im Mittelpunkt. Eine solche Transkription ist dann sinnvoll, wenn später keine wissenschaftliche Auswertung erfolgen soll und gegebenenfalls nicht aus dem Interview zitiert werden muss.

Schließlich gibt es noch die Transkription unter den erweiterten Regeln. Hier wird nicht nur das inhaltliche transkribiert, sondern auch wie etwas gesagt wurde. Sprachliche Eigenheiten (Dialekte, Stottern oder Akzente) werden transkribiert, ebenso Pausen, Fülllaute oder Betonungen.

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